Mai 2017

Neuigkeiten aus dem JES

Probenstart R.E.S.P.E.C.T.

In den Osterferien startete unser R.E.S.P.E.C.T.-Team endlich in seine erste lange Probenphase. Sechs Jugendliche namens Anna, Beverly, Jonathan, Leah, Najbeer und Niklas sind mit von der Partie sowie die beiden Profitänzer Kelvin Kilonzo und Lin Verleger und die aus dem JES-Ensemble bekannte Schauspielerin Franziska Schmitz. Inszeniert und choreografiert werden sie von Ives Thuwis De-Leeuw und Brigitte Dethier. Erste Sounds und Musikstücke hatte Komponist Joop van Brakel für uns mit im Gepäck. Und auch das Bühnenbildmodell unserer Ausstatterin Ursula Leuenberger konnte bei der Bauprobe bewundert werden. Ansonsten wurde viel geschwitzt und improvisiert. Und am Ende der zwei intensiven Probenwochen war sie schon da, eine erste Vision davon, wie unser Tanztheaterstück am Ende aussehen könnte... Bis zur Premiere am 24. Juni ist ja noch ein wenig Zeit...

JES in Fachzeitschriften

Die Bedeutung der Arbeit des JES wird in mehreren Artikeln betont

In den aktuellen Ausgaben zweier Fachzeitschriften spielt das Junge Ensemble Stuttgart jeweils eine wichtige Rolle: Im IXYPSILONZETT, dem Jahrbuch für Kinder- und Jugendtheater der ASSITEJ Deutschland (http://www.assitej.de/aktuelles/), wimmelte es sogar nur so von Hinweisen auf unsere Arbeit: Julia Dina Heße verweist in ihrem Artikel über Die Offene Gesellschaft ausgiebig auf die Diskussion im JES im Oktober – der ersten Debatte dieser Art in einem Kinder- und Jugendtheater. Bernd Mand blickt unter der Überschrift „Ab in die Realität – Theater für junges Publikum mischt sich ein“ zurück auf die Diskussionen und Gastspiele beim Festival Schöne Aussicht, eines davon, „Flugo!“ wird mit einem eigenen Bericht gewürdigt. Schließlich kommt JES-Dramaturg Christian Schönfelder mit einem Bericht über die Performerin Simone Dede Ayivi zu Wort.

Und in der Deutschen Bühne, diesmal mit einem Schwerpunkt zum Kinder- und Jugendtheater (http://www.die-deutsche-buehne.de/Aktuelles/Leseprobe/Kinder-+und+Jugendtheater/Was+soll+das), gibt es ein Porträt zu unserer Regisseurin Hannah Biedermann inklusive Kurzkritik zu „entweder und“ zu lesen. Außerdem ist Intendantin Brigitte Dethier eine von zehn Expertinnen, die sich den Fragen von Redakteur Detlev Baur zu Gegenwart und Zukunft des Genres stellen.

Hier ihre Antworten:

Wer bestimmt im Kinder- und Jugendtheater was gutes Theater für die Zielgruppe ist? Und nach welchen Kriterien?

Das Wesentliche ist unser Publikum. Es reagiert direkt und authentisch und ist damit die eigentliche Qualitätskontrolle.

Wäre es nicht an der Zeit, aus dem „Kinder- und Jugendtheater“ ein „Theater für Babys, Kinder, Jugendliche, Senioren und andere Zielgruppen“ zu  machen?

Schöner Vorschlag!! Denn dann gehörten alle Theater fest in die Hände der Kinder- und Jugendtheatermacher.  Da die mittlere Altersklasse ja die Schicht ist, die dem Theater am meisten fehlt, sind damit fast alle Altersschichten abgedeckt. Was wäre das für ein plötzlicher Reichtum dieser Sparte!!!

Müsste das Kinder- und Jugendtheater nicht eigentlich „Theater von Erwachsenen für Kinder- und Jugendliche“ heißen oder gar „ Theater von Erwachsenen für Erwachsene in Begleitung von Kindern und Jugendlichen“?

Nein! Wir tragen unser Zielpublikum im Namen! Und für diese Ernsthaftigkeit und diesen Auftrag bin ich zu haben. Und mein Credo ist immer, ein gutes Kinderstück ist auch immer gut für Erwachsene, denn wenn es genauso ernst genommen wird, steckt dieselbe Kunst und Aussagekraft dahinter, wie bei den Produktionen in den Schauspielhäusern.

Wie viel Kunst steckt im Kinder- und Jugendtheater und wie viel Pädagogik?

Für mich ist die Arbeit an einer Produktion für Kinder oder für Jugendliche eine künstlerische Aufgabe. Aber ich vergesse auch nie, für wen ich sie mache und was ich damit erzählen will.

Was ist die Zukunft des Kinder- und Jugendtheaters? Wäre es nicht vollendet, wenn es sich selbst abschaffte?

Ich sehe doch oft einen großen qualitativen Unterschied ob Spezialist(inn)en aus dem Kinder- und Jugendtheater die Verantwortung für diese Formate übernehmen oder ob es von den anderen Sparten mitorganisiert wird. Und so lange wir in Gesellschaften leben, die alle Berufe die sich mit Kindheit und Jugend beschäftigen, belächelt, nicht ernst nimmt und schlechter bezahlt, braucht es diejenigen, die sich unermüdlich dafür einsetzen.

 

JES und CKK bekommen 8. Stuttgarter Bürgerpreis

Stuttgarter Bürgerpreis geht an das Theaterprojekt
„Unterm Strich“ vom Jungen Ensemble Stuttgart und Citizen.KANE.Kollektiv

Stuttgart, 31.01.2017
Am Dienstag wurde im Rahmen einer feierlichen Gala im Porsche-Museum der Stuttgarter Bürgerpreis verliehen. Wir freuen uns mitteilen zu können, dass in der Kategorie Kultur das Theaterprojekt „Unterm Strich“ ausgezeichnet wurde, das im Juli 2016 im Leonhardsviertel Premiere feierte. Das Projekt entstand im Rahmen einer zweijährigen Kooperation zwischen dem Citizen.KANE.Kollektiv (CKK) und dem Jungen Ensemble Stuttgart (JES), die im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes gefördert wird.
Theaterschaffende von JES und CKK recherchierten mit einer Gruppe Jugendlicher über mehrere Monate hinweg intensiv zum Thema Prostitution in Stuttgart und Bukarest (Rumänien). Dabei beschäftigten sie sich nicht nur mit der politischen und gesellschaftlichen Debatte rund um das Thema, sondern suchten auch die Begegnung und Auseinandersetzung mit Sexarbeiter*innen, Bordellbetreibern und Sozialarbeiter*innen. Vor Ort begleitete die Gruppe u.a. einen Streetworker und sein Team durch die Rotlichtbezirke Bukarests und interviewte die Leiterin einer Hilfsorganisation, die sich für Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution einsetzt. Aus den Ergebnissen dieser Recherche entstand ein Theaterabend im Leonhardsviertel, bei dem die Zuschauer*innen u.A. in einer Table-Dance-Bar, einem Hotel-Zimmer, einem Waschsalon und einem Parkhaus Theater im öffentlichen Raum erlebten. Dabei standen die ganz individuellen Erlebnisse, Gedanken und Fragen der Jugendlichen im Vordergrund.
Ausgangspunkt für dieses aufwändige theatrale Recherche-Projekt von Citizen.KANE.Kollektiv und Jungem Ensemble Stuttgart war die unmittelbare räumliche Nähe des JES (im Tagblattturm-Areal) zum Rotlichtbezirk im Leonhardsviertel – zwei Parallelwelten, die normalerweise keine Berührungspunkte haben. Die intensive  Auseinandersetzung mit verschiedenen Lebenswelten, Privilegien, sozialen und moralischen Fragen waren dem Team ein großes Anliegen.


Ausblick: Premiere von GIRLS BOYS LOVE CASH am 4. März um 19.00 Uhr im JES
Die Zusammenarbeit von CKK und JES geht weiter. Auf der bisherigen Recherche aufbauend, entsteht eine gemeinsame Theaterproduktion für Zuschauer ab 15 im JES.
Das ist mein Körper. Ich kann damit machen was ich will. Das ist dein Geld. Ich will es. Geld ist Leben, Macht, Luxus. Aber wie komme ich an Geld, wenn ich nichts anzubieten habe? Meine Jugend ist mein Kapital. Mein Körper eine Ware? Wie weit würdest du gehen?
Mit der zweiten großen Theaterproduktion – diesmal nicht mit, sondern für Jugendliche – erforschen das Citizen.KANE.Kollektiv und das Junge Ensemble Stuttgart weiter das Spannungsfeld zwischen Körper und Konsum im kapitalistischen System. Welche Rolle spielt Geld in einer konsumorientierten Welt? Wie wichtig ist Geld für sozialen Status und Anerkennung? Was sind wir bereit einzusetzen, um unser Kapital zu vergrößern? Welches Machtgefälle herrscht zwischen denen, die konsumieren und denen, die (sich) anbieten? Wie weit würde ich gehen? Wo ist die
Grenze?

Vorstellungsänderung

Die Vorstellungen von "H.E.I.D.I." am 3.12., 5.12. und 6.12. können leider nicht stattfinden, da ein Schauspieler aus unserem Ensemble verletzt ist. Am 3.12. und 6.12. werden wir zur gleichen Uhrzeit als Alternative "Knusper & Knusper" spielen, ein modernes Krimi-Stück, nach Motiven aus dem Grimm-Märchen "Hänsel und Gretel", welches ebenfalls für Kinder ab 8 Jahren geeignet ist. Die Vorstellung am 5.12. entfällt ersatzlos.
Anstatt der Vorstellung "Patricks Trick" am 16.12., 17.12. und 20.12. spielen wir jeweils "Die Wanze".
Karten können Sie per Mail direkt über unseren Spielplan reservieren oder telefonisch unter 0711 218 480 18

Zwei Premieren und ein Vorstellungsausfall

Am 29. Oktober hat der Spielclub Theater der Generationen Premiere mit "Werte, Wunder, Wellness - woran wir glauben". 10 SpielerInnen haben sich mit Glaubensfragen auseinandergesetzt und ihre Gedanken und Erkenntnisse in einen Theaterabend verarbeitet (weitere Spieltermine: 30.10., 5.11., 6.11. und 11.11. ).
Bereits zwei Wochen später, am 12.11. findet die erste Schauspiel-Premiere dieser Spielzeit statt. Die Regisseurin Hannah Biedermann hat sich in dem Stück "entweder und" mit der Genderthematik beschäftigt und die Frage gestellt, wie das Aufwachsen in einer rosa-blauen Welt das Rollenverständnis von Kindern beeinflusst (weitere Spieltermine: 14.11., 15.11., 9.12. und 11.12.).
Da Lucas Federhen verletzungsbedingt die Vorstellungen von "entweder und" nicht spielen kann, wird Gerd Ritter für die Spieltermine im November einspringen. Diese Umbesetzung hat widerum zur Folge, dass die Aufführung von "Die Wanze" am 10.11. leider entfällt, da Gerd Ritter bei den Endproben von "entweder und" gebraucht wird.

Johannes und Margarethes Wald-Häuschen in Dublin

Da staunten Johannes und Margarethe nicht schlecht: Als sie die kleine Tür zu ihrem Wald-Häuschen öffneten, saßen ihnen 70 einheitlich blau uniformierte Kinder gegenüber, auf den ersten Blick keinerlei Individualitäten, anhand derer die beiden Geschwister ihre Gäste zu ihrem „Feast for the Brave“ hätten einladen können. Selbst so erfahrene KollegInnen wie Sabine Zeininger und Peter Rinderknecht brauchten einige Momente, um sich zu fangen und dann eine ihrer acht Vorstellungen innerhalb des Dublin Theatre Festivals in der irischen Hauptstadt zu spielen.

Acht Vorstellungen, die sehr unterschiedlich waren, weil das Publikum sehr unterschiedlich war. Um 10 Uhr die sehr disziplinierten All-in-blue-Kids von religiösen Schulen, um 12 Uhr lebhafte Kinder mit den unterschiedlichsten kuklturellen Wurzeln aus einer der wenigen staatlichen Schulen. Und auch am Wochenende reichte die Bandbreite von grenzwertig beteiligungswilligen Kindern bis hin zu fast tschechovscher Konzentration in dem kleinen Raum.

Die Resonanz war sehr positiv. Von Seiten des Publikums, des gastgebenden Künstlerhauses The Ark ebenso wie von der des unterstützenden Goethe-Instituts bis hin zu den Zeitungen: In der Wochenend-Ausgabe prangten Johannes und Margarethe auf Seite 3 von The Irish Times.

Ein besonderes Erlebnis also für alle Beteiligten, auch die beiden Grimmschen Märchen-Figuren, die im Englischen nochmal eine ganz andere Färbung entwickeln. Zwischen den Vorstellungen blieb immerhin noch ein bisschen Zeit, um die irische Hauptstadt zu erkunden und einmal sogar raus ans Meer zu fahren, nach Howth, wo im Hafenbecken Seehunde schwimmen und ein Wanderweg entlang der Klippen den Blick weitet und den Kopf durchpustet.

Ein Kleiner geht, ein Kleiner kommt – Umbesetzung „Der Kleine und das Biest“
Das JES verabschiedet sich schweren Herzens von Nils Beckmann, der heute zum letzten Mal die Rolle des Kleinen in unserem Stück Der Kleine und das Biest gespielt hat.
 
Ein Kleiner geht, aber ein neuer Kleiner kommt! Das Schöne an dieser Umbesetzung ist, dass beide Schauspieler Brüder sind. Während Nils Beckmann die Schauspielerei vorerst an den Nagel hängt und erst mal Lehrer wird, schlüpft sein Bruder Till Beckmann bei uns in die Rolle des Jungen, dessen Mutter sich nach der Trennung vom Vater dummerweise in ein Biest verwandelt hat. Am 17. und 18. Oktober wird Till Beckmann zum ersten Mal als Kleiner auf der JES Bühne zu sehen sein.
 

Bevor es soweit ist kann man die Beckmann-Brüder aber auch gemeinsam auf der JES Bühne erleben, wenn sie am kommenden Samstag im Rahmen der Stuttgartnacht als Mr. Love & Dr. Heart aus dem Liebesnähkästchen plaudern. Bei schummrigem Licht und in plüschiger Umgebung kann man sich verführen lassen…

Welches Land wollen wir sein? Unsere Debatte mit dem Publikum

„Welches Land wollen wir sein?“ – so lautete die Frage, die wir letzten Sonntag dem Publikum gestellt haben. Keine Podiumsdiskussion sollte es sein, sondern eine Debatte auf Augenhöhe. Eine Plattform für alle, die sich austauschen wollen, über das was sie bewegt in diesem Land. Um die Debatte in Schwung zu bringen waren ImpulsgeberInnen geladen, die ganz persönliche Statements vortrugen: Rapper Tobias Borke, Poetry-Slammer Timo Brunke und unsere JES Theaterpädagogin Tanja Frank sprachen über ihre Beobachtungen, Ängste und Wünsche. Und tatsächlich wurde bald hitzig diskutiert. Über die eigene Unsicherheit im Umgang mit rechtspopulistischer Rhetorik. Über die schiere Unmöglichkeit ethisch korrekt zu konsumieren. Über Schulen, an denen keine Zeit für politische Diskussionen bleibt, weil der Lehrplan eingehalten werden muss. Und über den Wunsch, auch mit denen im Austausch zu bleiben, die am Sonntag vielleicht nicht ihren Weg ins JES gefunden haben.

Das war erst der Anfang, die Debatte geht weiter, wir bleiben im Gespräch.

Unsere Debatte ist Teil der bundesweiten Initiative „Offene Gesellschaft“, die schon seit zwei Jahren Menschen bei öffentlichen Diskussionen zusammenbringt.

Eine Party für das neue Reh - Umbesetzung "Keine Party für den Tiger"

Wir freuen uns über ein neues Gesicht am JES! Seit dieser Woche ist die Schauspielerin Josepha Grünberg in unserer Produktion „Keine Party für den Tiger“ zu sehen. Eine Woche lang hat sie sich intensiv vorbereitet, mit Regisseur Frank Hörner und dem Ensemble geprobt, Party-Videos gedreht und Fotoshootings gemacht, um dann die Rolle des Rehs zu übernehmen.

Gemeinsam mit der tierischen Wald-Community entdeckt das Reh die Verheißungen und Tücken des Internets, insbesondere des Online-Datings. Ob der einsame Tiger und das psychotische Reh am Ende wirklich ein Match ergeben, erfahrt ihr bald im JES!

Termine: 20. / 21. / 22.  und 24. Oktober 2016

Wir wünschen Josepha – und natürlich dem Publikum – viel Spaß bei „Keine Party für den Tiger“!

Ein Interview mit Hannah Biedermann zum Probenstart von „entweder und“

Gleich am ersten Tag nach der Sommerpause stehen wir wieder in den Startlöchern: Die Proben für die Produktion „entweder und“ beginnen. Gemeinsam mit der Theatermacherin Hannah Biedermann erforschen Ensemble und Gäste nun das Thema „gender“: Mit welchen Geschlechterbildern wachsen Kinder heute auf? Was bedeutet es, ein Junge oder ein Mädchen zu sein? Und wie finde ich meinen eigenen Weg, auch jenseits der rosa oder hellblauen Schublade? Aus der intensiven Recherchearbeit entsteht ein Theaterstück für Kinder ab fünf Jahren.

Für unser neues Spielzeitheft, das bald erscheinen wird, hat die JES Dramaturgin Lucia Kramer ein Interview mit Hannah Biedermann geführt. Hier schon mal ein Auszug vorab.

 

Lucia Kramer: Das Thema gender – also die Frage nach gesellschaftlich normierten Geschlechterrollen – ist ein ziemlich komplexes Thema. Was interessiert dich an einer Auseinandersetzung für die Altersgruppe 5+?

Hannah Biedermann: Im Theater für junges Publikum wird ja häufig das Thema Identitätssuche verhandelt: Wie werde ich zu dem/der, der/die ich bin? Oder: Gibt’s überhaupt so etwas wie ein Ich? und so weiter. Das Thema gender hat in diesem Diskurs und in diesen Stücken aber lange Zeit keinen richtigen Platz gefunden. Da wurde meist das Thema Liebe und Sexualität verhandelt, oder Auseinandersetzungen mit dem Elternhaus – aber dass man das Geschlecht, in das man hineingeboren wird, infrage stellt, das passiert bisher relativ selten.

Vor einiger Zeit habe ich aber tatsächlich mal ein Stück für sehr junges Publikum gesehen, in dem Geschlechterrollen thematisiert wurden und muss zugeben, dass ich zunächst auch skeptisch war. Der gender-Diskurs findet ja sonst auf einer eher intellektuellen Ebene statt. Dann war es allerdings eine super aufregende Vorstellung, weil gerade Fünfjährige scheinbar eine ganz klare Vorstellung davon haben, wie ein Junge oder ein Mädchen sein sollte. Wenn da bloß ein Junge im Kleid auftauchte, gab’s schon große Empörung und Gelächter im Zuschauerraum. Das ist ja auch kein Wunder. Schließlich gibt es in unserer Gesellschaft diese eine vorherrschende Kategorie des Geschlechts, in die man schon von klein an einsortiert wird und die ganz viele Dinge vorbestimmt: Was für Klamotten und Spielzeuge man bekommt, auf welche Toilette man gehen darf und überhaupt, wie man sich zu verhalten hat.

Außerdem interessiert mich, dass viele Kinder in diesem Alter zum ersten Mal in die Kita oder in den Kindergarten kommen und sich dort einer Gesellschaft jenseits ihrer Familie aussetzen. Möglicherweise merken sie dann: Ok, dass ich als Junge im Kleid rumlaufe, war zuhause nie ein Thema. Aber jetzt muss ich mich plötzlich einer Gruppe stellen, die das bewertet und die darauf reagiert. Will ich das? Kann ich das aushalten? Deshalb finde ich das ein gutes Thema für diese Altersgruppe und würde diese Normierungen auf der Bühne gerne hinterfragen – nicht mit vielen Worten und komplizierten Gedanken, sondern mit klaren Bildern, die für Kinder lesbar sind.

Es gibt also eine Art Botschaft, die du den Kindern mitgeben möchtest?

Das Wort Botschaft klingt mir zu sehr nach Zeigefinger und Moral. Ich nenne es lieber Haltung. Als Theatermacherin sollte man eine Haltung zur Welt einnehmen, finde ich. Denn Theater ist eine Öffentlichkeit und da sollten meiner Meinung nach auch relevante Dinge verhandelt werden. Für mich bedeutet das auch, Dinge zu hinterfragen, die scheinbar eine Tatsache sind.

Aber wenn man so will, dann lautet die Botschaft sicherlich nicht: Vielleicht bist du ja gar kein Mädchen oder gar kein Junge, sondern irgendwas dazwischen, oder gar: Es gibt diese beiden Geschlechter überhaupt nicht. Sie könnte eher lauten: Du bist vielleicht ein Mädchen, das tatsächlich die Farbe rosa über alles liebt und das darfst du auch weiterhin sein – aber der, der neben dir sitzt, ist gerade vielleicht sehr erleichtert, weil er auch rosa mögen darf, obwohl er ein Junge ist. Ich denke, man muss immer wieder klar machen, dass es nicht darum geht, zu sagen, dass es jetzt irgendwie falsch ist, wenn man sich typisch männlich oder typisch weiblich verhält. Obwohl es schon auch Ziel ist, diese Zweigeschlechtlichkeit zu befragen und die unendlichen Möglichkeiten vorzustellen. Es geht darum, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass mit dem Geschlecht nicht automatisch so viele Weichen gestellt sein müssen. Es geht darum, dass der oder die Einzelne sich freier entscheiden kann – natürlich auch für einen gängigen Weg, wenn er einem mehr entspricht.

Aus der Entwicklungsabteilung des JES: Eine FreiSpiel-Reise in die Welt der Geräusche, Klänge und Töne

Als Entwicklungsabteilung des Theaters hat ausgerechnet der Verwaltungsleiter am JES, Conrad Solloch, die FreiSpiel-Reihe bezeichnet. Drei Wochen lang werden Genre oder Erzählweisen, Themen oder Texte ausprobiert, die ansonsten (noch) keinen Platz im JES-Spielplan gefunden haben. Ein Paradebeispiel dafür ist das FreiSpiel 14: Gemeinsam mit der Regisseurin Julia Dina Heße haben Musikerin Céline Papion und Schauspielerin Franziska Schmitz erforscht, wie Musiktheater für die Allerkleinsten aussehen, vielmehr, wie es sich anhören könnte. Herausgekommen ist ein kleines Konzert für kleine Hörer, eine Entdeckungsreise in die Welt der Geräusche, Klänge und Töne, eingerahmt von Johann Sebastian Bach, Georges Aperghis und John Cage.

Bemerkenswert und nicht untypisch für die Entstehung solcher JES-Projekte ist die Vorgeschichte: angespornt von einem Besuch des schon legendären Jazz für Kinder packte Franziska Schmitz der Ehrgeiz, nach einer theatraleren Umsetzung von Musik für Kinder zu suchen.  Ein erster Versuch mit dem Märchen „Die Hexe in der Besenkammer“ von Pierre Griparis unter dem Motto „Märchen, Musik und Goldfische“ , war eine schöne, aber auch eher konventionelle szenische Lesung mit Musik, eher für Grundschul- als für Kita-Kinder. Der Ehrgeiz war damit noch nicht erlahmt. Also starteten Franziska Schmitz und Céline Papion einen zweiten, sehr viel experimentelleren Versuch, die Sprache der Musik und die Musikalität von Sprache zu untersuchen. Unterstützt wurden sie dabei von Julia Dina Heße. Die ist Leiterin des jungen Theaters Münster und hat schon in ihrer Zeit am Schnawwl in Mannheim  Erfahrungen gesammelt mit dem Musiktheater für Kinder.

Gemeinsam haben die drei den Fokus auf das Hören gelegt, weniger auf sichtbare Zeichen oder eine Geschichte. Das Auge sei ohnehin das mit Abstand am besten geschulte Sinnesorgan, erklärt dazu Julia Dina Heße. Ihr ging es darum mit einer Kombination aus Geräuschen, Lauten, Tönen, Rythmen und Wortspielen die Entstehung von Klängen zu zeigen. Getreu dem Credo von  John Cage: „Musik ist die bewusste Erzeugung von Klängen.“

Dabei bleibt die Grundidee des Konzeptes auf der Bühne sichtbar: zwei haben eine Idee und finden sich in einem Experimentierraum zusammen, um  auszuprobieren, ob und wie sich diese Idee umsetzen lässt: Im Zusammenspiel von Instrument und Musikerin mit dem menschlichen Körper (inklusive der Stimme) und Schauspielerin.

Franziska Schmitz holt die Kinder in deren Alltag ab, spielt zum Beispiel Himmel und Hölle und treibt dabei Céline Papion schier zur Verzweiflung, weil die dazu eine Tonleiter intonieren muss. Oder sie  zeigt, was sich allein schon beim Baden an Geräuschen erzeugen lässt, im Wasser, mit Badeenten oder Seifenblasen. Dabei sind erst nur die Geräusche zu hören, erst dann ist zu sehen, wie sie entstehen.

Auftakt der Reise ist, vielleicht etwas überraschend, das Prelude aus der 1. Suite für Cello solo von Johann Sebastian Bach. Dazu nochmal Julia Dina Heße: „Für Erwachsene ist natürlich die Meta-Ebene spannend, zu entdecken, was man mit einem Cello alles anstellen kann. Aber uns war es wichtig, den Kindern erstmal zu zeigen, was ein Cello eigentlich ist und wie schön es klingt.“ Auf jeden Fall dann, wenn eine Cellistin wie Céline Papion es spielt.

„Unterm Strich“ – Ein theatrales Rechercheprojekt zum Thema Prostitution – auf Recherchereise in Rumänien

„These women know their price, but they don’t know their value.“  
(Monica Boseff, Open Door Foundation, Bukarest)

Mit solchen Sätzen im Gepäck und zahlreichen Eindrücken und Erlebnissen, Gefühlen und Gedanken, Antworten und neuen Fragen – so kamen wir letzte Woche von unserer fünftägigen Recherchereise in Rumänien zurück. Das Team von „Unterm Strich“ – bestehend aus Stuttgarter Jugendlichen, dem Citizen.KANE.Kollektiv und MitarbeiterInnen des JES – hatte sich vorgenommen, jenes Land besser kennenzulernen, aus dem ca. 90 % der Frauen kommen, die in Stuttgart als Prostituierte arbeiten. In Bukarest begleiteten wir Streetworker der Organisation ARAS bei ihrer täglichen Arbeit mit SexarbeiterInnen und Drogenabhängigen. Mit der Nationalen Agentur gegen den Menschenhandel  sprachen wir über Täter und Opfer, Statistiken und präventive Arbeit. RedakteurInnen der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien lieferten Hintergrundinfos über Geschichtliches, soziale Probleme und eine korrupte Politik. Einen beklemmenden Eindruck hat auch der Besuch eines Frauenhauses für Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution (geleitet von der Open Door Foundation) bei uns hinterlassen – manche Geschichte, die uns die Heimleiterin von ihrer Arbeit erzählte, machte uns fassungslos.
Am Wochenende fuhren wir dann raus aufs Land, um die dortigen Verhältnisse zu erkunden. Begleitet von der Bukarester Video-Künstlerin Cinty Ionescu besuchten wir ein Roma-Dorf und führten Interviews mit den BewohnerInnen über ihre Situation und die Notwendigkeit ins Ausland zu gehen, um Arbeit zu finden.
Zurück in Stuttgart blicken wir nun erneut – und doch mit anderen Augen – auf den Stuttgarter Rotlichtbezirk, das Leonhardsviertel, das Spielort unserer gemeinsamen Theaterproduktion im Juli sein wird.

Termine: 16., 17., 23. und 24. Juli 2016

Jugendbildungspreis Baden-Württemberg für JES-Projekt

Wir gratulieren Malena Große zum 2. Preis beim Jugendbildungspreis Baden-Württemberg DeinDing!
Ihr FSJ Kultur-Projekt - der Workshop Schnitt-/Blickwechsel - behandelte szenisch die Themen Heimat und Fremde. Es nahmen je zur Hälfte einheimische Jugendliche und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien teil. Schauspiel- und Medienarbeit wurden abwechselnd eingesetzt.

Mit dem Jugendbildungspreis Baden-Württemberg würdigt das Ministerium für Arbeit und Soziales, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg das Engagement Jugendlicher, Ehren- und Hauptamtlicher in der außerschulischen Jugendbildung. Diesem Bereich kommt in einer sich wandeln¬den, vielfältigeren und zugleich stärker vernetzten Gesellschaft zunehmende Bedeutung zu.

Der Preis richtet sich an jugendliche Projektgruppen aus Baden-Württemberg. Zehn der eingereichten Projekte werden von der Jury nominiert, vier mit einem Preis anerkannt.

In der Begründung der Jury heißt es: „Heimat ist so ein großes Wort. Man kann sie verlieren, neu finden, aber sie bleibt und begleitet einen immerzu. Die Fremde bildet dazu fast einen harten Gegensatz, und das ist das Geheimnis des Projektes Schnitt-/Blickwechsel. Jugendliche Flüchtlinge erarbeiteten im Rahmen von Film und Theater das Thema Heimat. Gleichzeitig widmeten sich Stuttgarter Jugendliche dem Thema Fremde. Dieses Projekt schafft nicht nur Freundschaften, sondern öffnet jedem die Augen. Ein Blickwechsel tut uns allen gut und bringt uns manchmal auch wieder auf den richtigen Weg.“

Probenauftakt in Bremerhaven: Auf den Spuren der Auswanderer

Vor 160 Jahren haben die Menschen viele Tage und Wochen gebraucht, um von Württemberg aus zu Fuß oder auf Fuhrwerken nach Bremerhaven zu kommen. Das JES-Ensemble hat die Strecke jetzt in 7 Stunden im JES-Sprinter zurückgelegt, um beim Besuch des Auswandererhauses in Bremerhaven auf den Spuren deutscher und speziell Württembergischer Emigranten zu wandeln.

Die dreitägige Recherche-Reise war der Auftakt für die Stückentwicklung „The Emigrants“, eine Kooperation zwischen dem JES und dem NIE-Theatre. Und zugleich auch die Gelegenheit, unsere beiden norwegischen Gäste Elisabeth Topp und Patrick Stenseth kennen zu lernen. Und für die jüngeren Ensemble-Mitglieder auch Regisseur Kjell Moberg, der sechs Jahre nach seiner viel beachteten Inszenierung „Berlin, 1961“ wieder am JES inszeniert.
Im Auswandererhaus ging es nicht nur darum, sich in Fakten einzulesen, sondern vor allem darum, den Gefühlen nachzuspüren, die Auswanderer zu allen Zeiten bewegt haben. Die Verzweiflung als Folge von Armut, Hungersnöten, Kriegen oder politischer Verfolgung. Die schwere Entscheidung, der Heimat und oft auch der Familie den Rücken zu kehren. Die Sprachlosigkeit eines Abschieds für immer. Die Hoffnung auf ein besseres Leben, zugleich die bange Erwartung, was einen jenseits des Meeres erwarten wird. Schließlich die bisweilen ins Unendliche gedehnte Zeit auf dem offenen Meere zwischen Vergangenheit und Zukunft, Abschied und Neuanfang, Verzweiflung und Ungewissheit.

Mittlerweile sind die acht Spielerinnen und Spieler mit Regisseur, Musiker, Dramaturg und Assistentin wieder in Stuttgart und haben begonnen, ihre Eindrücke im Probenraum zusammenzutragen. Uraufführung ist am 7. Mai im JES-Saal.

Mehr Drama, Baby!

Zweiter bundesweiter Tag der Theaterpädagogik

Freitag, 15. April, 17 – 19 Uhr, Start im Foyer des JES

Theaterpädagogen am Theater? Was machen die eigentlich?

An diesem Tag öffnet sich das JES für alle, die in das Berufsfeld „Theaterpädagogik“ schnuppern wollen. Drei JES – Theaterpädagogen führen euch zu ihren Arbeitsplätzen, geben euch Einblick in ihren Alltag und beantworten eure Fragen. Der Tag startet mit einer Führung durchs Haus und einem theaterpädagogischen Workshop in unseren Studios und endet mit einem Informationsgespräch über die Ausbildungsmöglichkeiten zur/m Theaterpädagogin/en.

Am darauffolgenden Sonntag, den 17. April, präsentieren die Theater-Werkstätten das, was sie unter der Leitung der JES-Theaterpädagogen seit Beginn der Spielzeit gemeinsam geprobt, erdacht und inszeniert haben. Wer einen Einblick in die theaterpädagogische Spielclubarbeit erhaschen möchte, sollte sich diese Chance nicht entgehen lassen.

Neuigkeiten aus der JES-Entwicklungsabteilung: FreiSpiel 13&14

Etwa zwei Mal im Jahr nimmt sich das JES die Freiheit, für sich neue Theaterformen und Erzählweisen auszuprobieren, ungewohnte Themen aufzugreifen oder Spielorte jenseits der JES-Bühnen zu erobern – die so genannten FreiSpiele, nach einer Definition des Verwaltungsleiters die „Entwicklungsabteilung“ des Theaters.

Jetzt haben wir die FreiSpiele Nr. 13 und 14 festgelegt: Mitte März tauschen sich unsere Elevin Jessica Cuna, Ensemblemitglied Lucas Federhen und als Gast Josef-Maria Loibner aus: tauschaustauschaustausch (11+). Sie sind nahezu im Austauschrausch und erforschen die Mechanismen menschlicher Kommunikation. In jedem Moment sind wir im Austausch, ob mit Worten, Blicken, Gerüchen oder Geräuschen, ob mit Gefühlen oder Handlungen. Und manchen Tausch vergisst du nie.

Um Musik und Theater für unsere jüngsten BesucherInnen geht es dann Ende Juni im FreiSpiel 14. Schauspielerin Franziska Schmitz und Musikerin Célinbe Papion gehen auf eine dreiwöchige Forschungsreise und untersuchen die Sprache der Musik, die Musikalität von Sprache: Wie lassen sich Musik und einfache Geschichte so miteinander verbinden, dass schon Zweijährige ihre Freude daran haben? Wie klingen Farben, wie klingt Sprache, wie klingt die Musik in verschiedenen Ländern und Kulturen?
Zur Seite steht den beiden Julia Dine Hesse, die Leiterin des jungen theaters münster, die zum ersten Mal am JES arbeiten wird.

Schöne Aussicht - Baden-Württemberger Auswahl steht fest

Mit Beginn des Neuen Jahres rückt auch das Festival Schöne Aussicht immer näher. Vom 4. bis 12. Juni werden voraussichtlich neun internationale Compagnien und neun Kinder- und Jugendtheater aus Baden-Württemberg ihre künstlerische Arbeit präsentieren und zur Diskussion stellen.

Das internationale Programm wird Anfang des Jahres bekannt gegeben. Die Baden-Württemberger Auswahl steht bereits fest. Die beiden externen Kuratoren Jutta M. Staerk (Leiterin des COMEDIA Theaters Köln) und Frederik Zeugke (Dozent für Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart) haben sich für folgende Produktionen entschieden:

Theater der Stadt Aalen: Himmel und Hände (4+/UA) von Carsten Brandau / Regie: Winfried Tobias

Junges Staatstheater Karlsruhe: Frerk, Du Zwerg! (5+/UA) von Finn-Ole Heinrich / Regie: Mathias Becker

Junge WLB / Württembergische Landesbühne Esslingen: Die Reise zum Mittelpunkt des Waldes (8+/UA) von Finn-Ole Heinrich / Regie: Benedikt Grubel

Theater im Marienbad Freiburg: Kindheit (10+/UA) Ein Theaterstück mit Texten von David Lindemann und Ensemble / Regie: Stephan Weiland

Badische Landesbühne Bruchsal: Flaschengeld (10+/UA) von Lisa Sommerfeldt / Regie: Joerg Bitterich

Junges Theater Heidelberg: From Zero to Hero?! (12+/UA)  Ensemblestück / Regie: Sarah Victoria Wagner

Theater Baden-Baden: Pocahontas 2015 (Show must go on) (15+/UA) von Eva Rottmann / Regie: Jule Kracht

Junges Nationaltheater Mannheim: Du Hitler (15+/DE) von Kristo Sagor / Regie: Kristo Sagor

Das Junge Ensemble Stuttgart (JES) zeigt als Gastgeber die neue Koproduktion mit dem New International Encounter (NIE): The Emigrants / Regie: Kjell Moberg.

Eine neue Regisseurin kommt ans JES

Im April konnten wir im Gastspiel „Papas Arme sind ein Boot“ mit allen Sinnen die Geschichte eines großen Verlustes erfahren. Nun haben wir die Regisseurin Hannah Biedermann eingeladen, auch an unserem Haus zu inszenieren.

Hannah Biedermann studierte Schauspiel in Köln und später Szenische Künste an der Universität Hildesheim. Zuletzt inszenierte sie am GRIPS Theater „Müll. Ein Making-of“, Geschichten, die von dem erzählen, wofür man eigentlich keine Verwendung mehr hat. Mit ihrer eigenen Theatergruppe pulk fiction, von denen auch die Inszenierung „Papas Arme sind ein Boot“ stammt, arbeitet die Theatermacherin gerne experimentell und ist immer wieder auf der Suche nach innovativen Formen des Erzählens. Die „Konferenz der wesentlichen Dinge“ von pulk fiktion wurde gerade für das „Best OFF – Festival Freier Theater der Stiftung Niedersachsen“ nominiert.

Letzte Woche hat sich das JES Ensemble mit Hannah Biedermann getroffen, um darüber zu reden, welche Themen wir spannend finden und gerne zusammen mit ihr bearbeiten würden. Ein Thema hat sich schon ein bisschen herauskristallisiert: der kleine Unterschied. Dabei fragen wir uns, gibt es ihn eigentlich, den kleinen Unterschied zwischen Männern und Frauen, zwischen Jungen und Mädchen. Zusammen mit der Regisseurin werden wir ab September recherchieren und aus unseren Rechercheergebnissen ein Stück für Kinder entwickeln. Eine besondere Herausforderung für uns und ein besonderes Format für unser Publikum.

Mehr Informationen zu Hannah Biedermann findet ihr auf ihrer Homepage: http://hannahbiedermann.theaterblogs.de/

Trabanten Unterm Strich – das JES und CKK intensivieren die Recherche!

Im Rahmen des Doppelpass-Projektes, in das sich das freie Citizen.KANE.Kollektiv (CKK) gemeinsam mit dem JES für zwei Jahre begeben hat, fand nun ein erstes „Trabantentreffen“ statt. Trabanten – üblicherweise ein Begriff aus dem Weltalljargon – begleiten einen Planeten auf seiner Bahn. In diesem Fall ist der Planet unser aktueller Jugendspielclub, der sich mit dem Thema Jugendprostitution befasst. Die Trabanten sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des JES und Mitglieder vom Kollektiv, die nicht unmittelbar an der wöchentlichen Recherche- und Probenarbeit beteiligt sind, dennoch aber auf dem aktuellen Stand des Clubs sein wollen. Dort wurden nämlich erste Recherchepartner bereits interviewt, eine Podiumsdiskussion besucht und künstlerische Herangehensweisen ausprobiert. Beim „Trabantentreffen“ im JES Foyer informierten Rosemarie Roller vom Frauenunternehmen ZORA sowie Thorsten Hinz vom Café Strichpunkt über ihre Arbeit und diskutierten anschließend mit den Theaterschaffenden. Während sich letzterer um männliche Prostituierte in Stuttgart kümmert, unterstützt Roller Frauen beim Ausstieg aus der Prostitution und der beruflichen Neuorientierung.

Auch weiterhin informieren wir an dieser Stelle oder auch im aktuellen Monatsfaltplan über das Projekt, ehe dann für Juli 2016 eine öffentliche Präsentation geplant ist.

5 Jahre KULTUR FÜR ALLE

 

Bereits seit fünf Jahren ermöglicht die Initiative KULTUR FÜR ALLE kostenlose Kulturbesuche für Menschen mit wenig Geld. Allein im letzten Jahr haben die Kulturpartner in Stuttgart der Initiative für Inhaber/-innen des Stuttgarter Sozialpasses  mindestens 8.000 kostenlose Kulturbesuche ermöglicht.

Wir sagen herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum und bleiben natürlich auch weiterhin als Kulturpartner an Bord!!!

Bewerbt Euch für die Jugend- und Schultheatertage Baden-Württemberg und das nächste Deutsche Kindertheaterfest!

 

2. Jugend- und Schultheatertage Baden-Württemberg  vom 14- 18. März 2016 in Friedrichshafen

Die Bewerbungsfrist für die 2. Jugend- und Schultheatertage Baden-Württemberg  (JUST BW) vom 14- 18. März 2016 hat begonnen! Bereits zum zweiten Mal  können sich Theatergruppen aller Schularten sowie außerschulische Jugendtheatergruppen mit einem Theaterprojekt ihrer Wahl für die JUST BW anmelden und so gemeinsam mit anderen Theatergruppen in Friedrichshafen ins Gespräch und in einen Austausch kommen. Die fachkundige Jury wird aus allen Bewerbungen 10 Theatergruppen auswählen, die dann ihre Projekte in Friedrichshafen zeigen werden. Umrahmt werden die JUST BW von einem breiten theaterpädagogischen Programm.  Eine sehr gute Möglichkeit also, gelungene Theaterprojekte in einem ganz anderen Rahmen und vor einem fremden Publikum zu zeigen und zudem die Chance, einen intensiven Austausch mit anderen Theatergruppen zu erleben!

Bewerbungsschluss ist der 02. Dezember 2015.

Hier geht es zur Ausschreibung und den Bewerbungsunterlagen.

 

7. Deutsches Kindertheaterfest vom 12.-15. Oktober 2016 in Leipzig

Ab sofort könnt Ihr Euch mit Eurer Theatergruppe  für das 7. Deutsche Kindertheaterfest bewerben.  Das Fest findet vom 12-15. Oktober 2016 in Leipzig statt und wird sicherlich auch dieses Mal wieder ein riesen Fest für alle Beteiligten! Veranstaltet wird das Kindertheaterfest von der ASSITEJ, dem Verband der Kinder- und Jugendtheater in Kooperation mit dem Theater der Jungen Welt Leipzig.  

Willkommen sind Bewerbungen von Produktionen aller Sparten (zum Beispiel Schauspiel, Tanz- und Musiktheater, Puppen- oder Figurentheater), deren Spielerinnen und Spieler zwischen sechs und zwölf Jahre alt sind.

Bewerbungsschluss ist der 15. April 2016

Hier geht es zur Ausschreibung und den Bewerbungsunterlagen.

Gastspiele im Rahmen des 4. interkulturellen Festivals „Made in Germany 2015“ im JES

Bereits zum vierten Mal findet vom 11.-15. November in Stuttgart das Festival „Made in Germany statt“. An den Stuttgarter Theatern sind neun interkulturelle Produktionen aus ganz Deutschland zu sehen, ausgewählt von einer Bürgerjury, deren Zusammensetzung die kulturelle Vielfalt Stuttgarts widerspiegelt.  Umrahmt wird das Festival mit einem Eintritt freien Begleitprogramm, bestehend aus Vorträgen, Diskussionen, szenischen Lesungen und natürlich einer Festivalparty!

Bei uns im JES gibt Staatssekretär Jürgen Walter (Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg)im Rahmen dieses Begleitprogramms am Donnerstag, den 12.11.15 ab 18.30 Uhr Kulturpolitische Impulse.

Außerdem freuen wir uns sehr, dass zwei von der Jury ausgewählte Produktionen auf unserer Bühne zu sehen sein werden:

Am Donnerstag, den 12.11.15 um 19.00 Uhr zeigen wir „Ich rufe meine Brüder“ von Jonas Hassen Khemiri / theaterperipherie Frankfurt. Jurymitglied Christoph Schwerdtfeger zur Inszenierung: „ Ein islamistischer Anschlag und Du bist Muslim? Theaterperipherie hat diese Situation in „Ich rufe meine Brüder“ intensiv und überzeugend umgesetzt."

Am Samstag, den 14.11.15 freuen wir uns um 17.00 und um 19.00 Uhr auf „König Hamed und das furchtlose Mädchen“ vom Schnawwl- Junges Nationaltheater Mannheim. Jurymitglied Susanne Beck-Jankowski zur Inszenierung: „Vielleicht ursprünglich nicht so gedacht, ist das Märchen von König Hamed und dem furchtlosen Mädchen auch ein Beitrag zum „Doing gender“- dem Wechsel der Geschlechterrollen. Um „männliche“ Freiheiten zu erleben, können in manchen arabischen Ländern Mädchen als Junge leben, bis zum Beginn der Pubertät. Das hat unter Umständen einige Vorteile…“

Karten gibt es wie immer an der JES-Kasse oder telefonisch unter 0711/ 218480-18

Ab dem 2. Vorstellungsbesuch im Rahmen von „Made in Germany“ gibt es außerdem einen Rabatt auf weitere Karten. Weitere Infos rund um das Festival und alle teilnehmenden Theater gibt es hier.

 

 

„Unterm Strich“ - Spannendes Casting-Wochenende mit Jugendlichen!

Am vergangenen Wochenende fiel der Startschuss für unseren JESintensiv Dienstagsclub: knapp 20 Jugendliche arbeiteten zwei Tage lang mit einem Team aus Künstlern vom citizen.KANE.kollektiv und vom JES. Im Rahmen eines Projektes, gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes, wird sich insgesamt über die Dauer von zwei Spielzeiten mit dem Thema Jugendprostitution (in Stuttgart) befasst. So soll zum Thema recherchiert und sich dazu künstlerisch ausgedrückt werden.

Einmal wöchentlich treffen sich nun die ausgewählten 12 Jugendlichen aus Stuttgart, um zu spielen, schreiben, filmen, rappen, tanzen, Interviews zu führen und zu diskutieren. Denn das haben alle Beteiligten bereits am Auftaktwochenende gemerkt: das Thema ist überaus vielschichtig und führt uns beim näheren Betrachten auch aus Stuttgart hinaus. Aus diesem Grunde ist unter anderem auch eine Recherchereise nach Rumänien geplant – dem Herkunftsland vieler Prostituierter.

„Unterm Strich“ – ein theatrales Rechercheprojekt hat somit begonnen und wird uns noch eine ganze Weile beschäftigen!

Regelmäßige Einblicke in unsere Arbeit sowie eine Präsentation im Juli 2016 sind geplant!

Es geht wieder los! Probenstart "Patricks Trick" mit Regisseur und Autor Kristo Šagor

Die Proben für unsere neueste Produktion "Patricks Trick" haben begonnen! Gerd Ritter und Lucas Federhen spielen den elfjährigen Patrick und dessen ungeborenen Bruder. Nach Antworten suchend auf die Frage danach, wie man eigentlich eine Sprache lernt, begegnen sie in einem rasanten Rollenwechselspiel vielen weiteren Figuren, die Kristo Šagor als Autor erfunden und nun als Regisseur bei uns im oberen Foyer auf die Bühne bringen wird. 

Wir haben ihm vorab einige Fragen zum Stück und zu seiner Arbeit als Autor und Regisseur gestellt.

Wie ist "Patricks Trick" entstanden? Wie lange hast Du an dem Text geschrieben?
Die Idee zu dem Text hatte ich schon vor vielen Jahren. Eigentlich sollte es ein Kinderbuch werden, aber Stefan Fischer-Fels vom Grips-Theater hat mich überzeugt, dass der Stoff auch ein Stück sein könnte. Dann wurde ich
zum Berliner Kindertheaterpreis eingeladen, um dort „Patricks Trick“ auszuarbeiten.
Die Idee, daraus einen „Two-Hander“ zu machen, wie man im Englischen sagt, ein Stück mit nur zwei Darstellern, hatte ich, weil ich „Mickybo und ich“ von Owen McCafferty in der Regie von Hanna Müller gesehen habe.
In dem Stück stellen die Schauspieler, die Mickybo und Mojo spielen, auch alle anderen Figuren dar. Das Schreiben selbst ging dann rasend schnell. Ich habe das Stück in zweimal anderthalb Tagen geschrieben. Das ist meist
so bei mir: Die Vorüberlegungen dauern sehr lange, das eigentliche Schreiben ist ein Rausch.

Du hast in der Vergangenheit bereits am JES inszeniert. Welche Erwartungen oder Wünsche hast Du an die neue Produktion bei und mit uns?
Das JES ist eines der Theater, an denen ich mich sehr wohl fühle. Die Atmosphäre ist familiär, die Wege sind kurz. Alle arbeiten konstruktiv, freundlich und künstlerisch zielorientiert. Es sollte also alles einfach so sein wie die
letzten Male. :-)


Inwiefern ist es etwas Besonderes, als Autor das eigene Stück zu inszenieren?
Das ist ein besonderes Privileg. Ich kenne den Text sehr gut, kenne ihn bis in die Kapillargefäße. Und ich mag es, wenn zwischen dem Schreiben und dem Probenbeginn richtig Zeit vergangen ist, gern ein paar Jahre. Dann habe ich vieles wieder vergessen, und der Neuentdeckungsprozess mit den Schauspielern ist ehrlich und auf ihre Nöte und Suchbewegungen hin ausgerichtet. Es hilft natürlich auch, wenn ich zu dem Zeitpunkt schon
andere Inszenierungen des Stückes gesehen habe, aber das sollte dann auch schon wieder länger her sein, damit ich mich auch daran nicht mehr zu genau erinnere. Wenn die Schauspieler deinen Text mögen, kriegst du gleich einen Vertrauensvorschuss. Das Gegenteil ist mir zum Glück noch nie passiert.


Worauf freust Du Dich im Hinblick auf die Inszenierung von "Patricks Trick" am meisten?
Es wird sicher Spaß machen die Eigenheiten der zwölf Figuren zu erfinden. Die Unterschiede müssen deutlich genug sein, damit die Figuren klar erkennbar sind, und fein genug, damit man sie ernstnehmen kann. Und ich freue mich sehr darauf, wieder mit Gerd Ritter zu arbeiten.

 

Weitere Infos zum Stück und die aktuellen Aufführungstermine gibt´s hier.

 

refugees welcome

In den Herbstferien, vom 2. bis 6. November 2015, bietet das JES einen Theater-Workshop für Flüchtlingskinder aus der benachbarten Notunterkunft im Haus Martinus (Olgastraße) an. Dabei möchten wir Kinder spielerisch mit den Mitteln des Theaters im Bereich der Sprachförderung unterstützen. Der Workshop ist Teil eines größeren Projekts, das das JES mit Unterstützung des Fördervereins Kinderfreundliches Stuttgart sowie der Stiftung "Hilfe für den Nachbarn" durchführt. In Planung sind feste Kooperationen mit internationalen Vorbereitungsklassen, etwa an der Jakobschule Stuttgart.

Außerdem findet ab sofort 3 Mal pro Woche bei uns im JES-Foyer Deutschunterricht für Flüchtlinge aus der benachbarten Notunterkunft statt.

Bereits in der vergangen Spielzeit war das JES Gastgeber für das Labyrinth-Projekt, bei dem jugendliche Flüchtlinge gemeinsam ein Musik-Tanz-Theater auf hohem künstlerischem Niveau entwickeln, das thematisch an die Lebensgeschichten der Teilnehmer angelehnt ist. Und auch die nächste Premiere im April 2016 wird wieder hier bei uns stattfinden. Das JES ist dieses Mal als Kooperationspartner dabei.

JES-Reporter gesucht!

Du gehst gerne ins Theater und möchtest anderen  von Deinen Eindrücken berichten? Du schreibst oder zeichnest gerne? Dann bist Du bei uns richtig! Werde JES- Reporter und erhalte Deinen eigenen Presseausweis und eine Ehrenkarte für eine unserer Vorstellungen. Nach Deinem Vorstellungsbesuch verfasst Du eine kurze Kritik der Aufführung, die wir im JES und im Internet veröffentlichen. Form und Inhalt sind dabei ganz Dir überlassen. Du kannst zum Beispiel das Publikum oder die Beteiligten nach der Vorstellung interviewen, etwas zeichnen oder einen Text schreiben.

Hilfe bei Fragen und/oder Unterstützung gibt es in der Dramaturgie.

Anmeldung bis spätestens 1-2 Tage vor der Aufführung bei Franziska Finke unter:

franziska.finke@jes-stuttgart.de

oder telefonisch 0711 21848012

Die Kritiken findest Du hier!

 

 

DOPPELPASS mit JES und Citizen.KANE.Kollektiv!!!

Ab der Spielzeit 2015/16 wird es eine zweijährige Kooperation zwischen dem JES und der freien Stuttgarter Gruppe Citizen.KANE.Kollektiv geben! Das Förderprogramm „Doppelpass“ der  Kulturstiftung des Bundes macht´s möglich!

Fokus der Zusammenarbeit zwischen JES und Citizen.KANE.Kollektiv ist die Auseinandersetzung mit dem Thema Prostitution Minderjähriger in Stuttgart. Jugendliche ab 16 Jahren werden sich hierfür zunächst gemeinsam mit TheaterpädagogInnen und KünstlerInnen in einem groß angelegten Research auf die Suche nach einem geeigneten Zugang zu diesem sensiblen Thema begeben und nach einer ortsspezifischen künstlerischen Umsetzung ihrer Eindrücke und Research-Ergebnisse suchen. Im nächsten Schritt der Zusammenarbeit sollen Ergebnisse und Präsentationen auf Nachspielbarkeit und eine Umsetzung auf der Bühne untersucht werden. Umrahmt werden soll diese Projektarbeit von vielen kleineren künstlerischen Formaten und Diskussionen der Kooperationspartner, die  im Laufe der Zusammenarbeit entstehen können.  

Die Jury der Kulturstiftung des Bundes wählte unser Projekt neben 14 weiteren Kooperationen zwischen freien Gruppen und festen Häusern aus, um diese "beim Erproben neuer Formen der Zusammenarbeit und künstlerischer Produktion anzuregen" und in ihrem Vorhaben zu unterstützen. In diesem Sinne wollen wir uns gegenseitig inspirieren lassen, von unterschiedlichen Arbeitsweisen, Strukturen und künstlerischen Zugängen lernen und unser Publikum mitnehmen, auf diese spannende Reise!

Wir freuen uns sehr, dass wir dabei sein dürfen!!!

Foto: Citizen.KANE.Kollektiv

 

 

Spielzeiteröffnungsfest am 03.10. ab 11.00 Uhr im JES

Am Samstag, den 03.10.15 ab 11.00 Uhr laden wir ganz herzlich zu unserer großen Spielzeiteröffnung ins JES ein! Die Vorbereitungen laufen derzeit in allen Abteilungen auf Hochtouren. Los geht´s mit einer Vorstellung unseres Klassikers "Jazz für Kinder", um 12.00 Uhr eröffnet Intendantin Brigitte Dethier dann feierlich die Spielzeit und zur Stärkung gibt es auch gleich einen leckeren Brunch.

Ab 12.30 Uhr starten wir dann unser Familienprogramm, unter anderem mit einem Blick hinter die Kulissen, einer Ralley durch das JES, einem wilden Entenrennen und einem Luftballonwettbewerb.

Auch Papa und Mama Biest aus unserer Produktion "Der Kleine und das Biest" lassen sich diesen Spaß übrigens nicht entgehen! Also, kommt vorbei, das JES-Team freut sich auf Euch!

Das vollständige Programm findet ihr hier.

Außerdem erwarten Euch am Samstag auch noch gleich zwei Premieren: Die musikalische Weltreise "Märchen, Musik und Goldfische" feiert ihren Auftakt um 15.00 Uhr für alle ab 6 Jahren mit einem Märchen aus Frankreich. "Die Hexe in der Besenkammer" von Pierre Gripari.

Um 19.00 feiert dann unser Theater der Generationen mit dem selbst erarbeiteten Stück "Hart an der Grenze" Premiere. 15 TeilnehmerInnen zwischen 17 und 72 Jahren haben sich unter der Leitung von Schauspielerin Prisca Maier und Choreografin Christine Chu intensiv mit dem Thema innerer und äußerer Grenzen beschäftigt und zeigen ihre ganz eigene Grenzauslotung mit tänzerischen und spielerischen Mitteln.

 

1. Stuttgarter Zukunftskonferenz im JES

Bereits vor unserem großen Spielzeiteröffnungsfest findet bei uns im Haus am 01.10.2015 von 18.30-ca. 21.00 Uhr die erste Stuttgarter Zukunftskonferenz statt.

Unsere Schulen befinden sich im Umbruch. Gemeinschaftsschule, Ganztagsbetrieb, Halb- und Ganztag in einer Klasse, Inklusion, G8 oder G9 und Kulturelle Bildung, um nur einige Schlagwörter zu nennen, prägen ihre Entwicklung. Auch uns als Kinder- und Jugendtheater beschäftigen diese Veränderungen stark. Was bedeutet der Umbruch für die Schulen und wie lässt sich in diesen Zeiten eine tragende Zusammenarbeit von Schule und Theater entwickeln?

Mit der Stuttgarter Zukunftskonferenz möchten wir den (Erfahrungs-) Austausch zwischen Theater und Schule ermöglichen und längerfristig Strukturen schaffen, um diesen Austausch weiter zu vertiefen. Wir wollen mit Pädagoginnen und Pädagogen aller Schularten ins Gespräch kommen, uns mit der aktuellen Situation in den Schulen auseinandersetzen. Hierfür diskutieren wir zuerst mit Podiumsgästen, die ihre Erfahrungen als Schulleiterin, Kulturagenten-Projektteilnehmer, Kulturbeauftragte der Schule oder Vertreter des Regierungspräsidiums einbringen. Im Anschluss vertiefen wir den Austausch in schulartspezifischen kleineren Gesprächskreisen, denen sich die  Podiumsgäste zuordnen.

Wir wollen keine weitere Diskussion über den Wert der Kulturellen Bildung führen, sondern ganz praktisch erörtern, wie sich die unterschiedlichen Entwicklungen und Umbrüche in der Praxis auswirken und sind sehr gespannt auf Eindrücke und Erfahrungen und freuen uns auf viele intensive und nachhaltige Gesprächsrunden!

Eine Anmeldung ist noch bis zum 25.09. bei peter.galka@jes-stuttgart.de möglich!

Programm:

• Begrüßung

• Impuls der Schirmherrin der Zukunftskonferenz Bürgermeisterin Dr. Susanne Eisenmann

• Moderierte Podiumsdiskussion (ca. 75 Minuten)

• Schulartspezifische Gesprächskreise (ca. 60 Minuten)

Ab ca. 21 Uhr: Ausklang im Foyer

Interview zum neuen Stück von Martin Baltscheit "Keine Party für den Tiger"

 

Martin Baltscheit ist Illustrator, Sprecher, Autor von Bilderbüchern, Prosa, Hörspielen und Theaterstücken. 2010 erhielt er den Deutschen Jugendtheaterpreis für sein Stück „Die besseren Wälder“, 2011 den
Deutschen Jugendliteraturpreis für sein Bilderbuch „Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor“. Als Auftragswerk für das JES hat er jetzt wieder eine Tierfabel geschrieben: „Keine Party für den Tiger“. Wir freuen uns schon sehr und laden herzlich ein zur Uraufführung und Premiere am 10.10.2015, hier bei uns im JES! Vorab haben wir Martin noch ein paar Fragen zu seinem Stück gestellt:


Warum schreibst du so besonders gerne Fabeln?

Es ist ein Spaß. Jeder Charakter bringt schon Eigenschaften mit.
Der Transfer von Tier zu Menschen macht den Zuschauern Laune. Außerdem gelingen bessere Wahrheiten, deutlichere Metaphern und ich mag Tiere.

Du bist unter anderem Illustrator und Autor. Befruchtet sich das gegenseitig beim Arbeiten? Hast du konkrete Bilder vor Augen, wenn du schreibst?

Ich arbeite immer mit Bildern. Wortbildern. Bildbildern. Lautbildern. Wir sind sehende Lebewesen. Das Bild steht im Zentrum unserer Sinne. Auch ein blinder Mensch macht sich ein Bild. Wir bilden uns und wir glauben den Bildern.
(Das kann auch ein Nachteil sein.) Bei der Arbeit ist es ein Vergnügen. Das richtige Bild finden. Das bekanntlich mehr sagt als 2 Millionen Worte. Wäre ich ein Fisch, würde ich in Farben denken.

Wie leicht oder schwer ist es dir gefallen, den Stückauftrag zum Internet umzusetzen?

Hmmm. Ich nutze das Internet ohne darüber nachzudenken, es ist ein geniales Werkzeug für einen Schriftsteller. Diese junge Erfindung hat große Bedeutung: Feuer, Rad, Buchdruck, Internet. So in der Reihenfolge. Zuerst
dachte ich, für das Stück und das JES soll es etwas mit Menschen sein. Das JES macht ja meist realistisches Theater. Aber ich fürchte echte Menschenauf der Bühne. Sie sind so ... unecht. Es sind immer Schauspieler, die
tun als wären sie jemand anderes. Ich habe geschrieben und mochte es nicht, war schon ein bisschen verzweifelt. Dann hat Frank Hörner gesagt: Martin, mach doch was mit Tieren. Da hatte ich dann gleich meinen ersten
Satz: „Vor zwei Wochen war es endlich soweit. Die Tiere im Wald bekamen Internet.“ Der Rest war Recherche im Netz und sprechende Tiere im Stück.Danke Frank. Und JES.

 

Ihr dürft also gespannt sein auf die Uraufführung am 10.10.15 um 19.00 Uhr im JES!