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Seniorentheater „die 5te jahreszeit“

Auch GastarbeiterInnen gehen in Rente

Christoforos hat seine Freunde zu seinem 66igsten Geburtstag eingeladen. Sie treffen sich in seinem Garten, der sehr griechisch anmutet, denn hier sind die Möbel aus einer alten Taverne und ein Olivenbaum versucht in dieser schwäbischen Heimat Früchte zu tragen. Es ist der Vorabend des Geburtstags, der auch bedeutet, dass das Rentenalter beginnt. Um ungestört feiern zu können, wurde der uralte Trick angewendet, alle aus dem Haus einzuladen und den wenig beliebten Hausbesitzer gleich dazu. Es versammelt sich eine mittlerweile multi-kulturelle Gemeinschaft, es kommen aber auch ehemalige Bewohner, die nicht in Frieden das Haus verlassen haben, insbesondere Irene, die Ex-Frau von Christoforos, der nahezu jedes Mittel recht ist, um nicht einsam sein zu müssen. Alte Geschichten und Rivalitäten kommen zur Sprache, ein paar Rechnungen sind noch offen. Auch die Idee von Friedrich, dem Hausbesitzer, eine der Wohnungen an syrische Flüchtlinge zu vermieten, trägt nicht zur Beruhigung bei. Und immer wieder taucht die Frage auf: Wo oder was ist eigentlich Heimat?

Rund 14 Millionen Gastarbeiter sind nach Deutschland gekommen. Seit 1955 wurden Menschen aus Italien, Spanien, Griechenland, Jugoslawien, Türkei und Portugal angeworben. Rund 295.000 Menschen ohne deutschem Pass, die 55 Jahre und älter sind, lebten 2015 in Baden-Württemberg. Das sind ein paar nüchterne Fakten.

Was steckt hinter diesen Zahlen? Wie geht es den Menschen, die zum Arbeiten kamen und geblieben sind? Was ist Heimat und welche Sehnsüchte gibt es? Und wie gehen sie damit um, wenn sich die Frage stellt „Wo will ich alt werden“?

Wir haben für dieses Projekt „die 5te jahreszeit“ neu aufgestellt. Sechs deutsche Senioren/innen spielen gemeinsam mit einer Serbin, einem Griechen und einem Italiener. Alle tragen die Erfahrung des Ortswechsels in sich. Wir haben Geschichten, Haltungen und Gedanken gesammelt. Aus diesem Material hat Christian Schönfelder ein Stück für „die 5te jahreszeit“ geschrieben.

Es spielen Gisela Back, Dietger Bansberg, Helmut Engelhardt, George Filipou, Vera Gregovic, Max Hasenclever, Angelo Moscagiura, Birgit Olbrich, Sylvia Panik
Inszenierung Uschi Famers
Text Christian Schönfelder
Dramaturgie Peter Galka
Assistenz Nora Holinski (FSJ-Kultur)

Premiere: 12.5.2017
Dauer: 80 Minuten

Gefördert aus dem Projektmittelfonds "Interkultur" der Landeshauptstadt Stuttgart

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und vom Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg e.V.


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