August 2017
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Unsere große Welt. Ein Wimmelstück

In Wimmelbüchern wimmelt es nur so von Menschen und Tieren, Bäumen und Häusern, kleinen Komödien und großen Tragödien. Alles gleichzeitig und nebeneinander. Die ganze Vielfalt, die unsere Gesellschaft zu bieten hat, die unsere kleine und große Welt ausmacht.

Als Urväter von Wimmelbildern gelten die Renaissance-Maler Hieronymus Bosch und Pieter Brueghel der Ältere, als Vater der Wimmelbücher Ali Mitgutsch, der sein erstes Buch dieser Art Ende der 60er Jahre veröffentlichte. Zu neuer Popularität verhalf Rotraud Susanne Berner den Wimmelbüchern mit einem Jahreszeiten-Zyklus, der immer dieselben Straßen in einem fiktiven Ort Wimmelhausen zeigen.

Regisseurin Grete Pagan hat jetzt gemeinsam mit dem Ensemble untersucht, welche der Eigenarten und Prinzipen von Wimmelbüchern auf die Bühne übertragbar sind. Angefangen von der Zuschauersituation: Draufblick statt Kinderwagen-Perspektive. Über die unterschiedlichen Wahrnehmungen von Kindern und Erwachsenen: im besten Sinne naives Welterkunden hier, Wiedererkennen da. Bis hin zur Dramaturgie: In den Wimmelbüchern gibt es nicht einen roten Faden, sondern viele lose Fäden, die zunächst keinen weiteren Zusammenhang haben als etwa einen gemeinsamen Ort, die aber doch lose miteinander verknüpft sind und bisweilen zu überraschenden Begegnungen und Konstellationen führen. Aus 100 kleinen Details, die wieder auftauchen, die sich verändern oder sich neu sortieren, entsteht so ein Kaleidoskop von Alltag.

So bieten Wimmelbücher und auch unser Wimmelstück die Möglichkeit, sich ein Stück der großen Welt anzueignen. Wenn der ganz eigene Schutzraum erkundet ist, beginnt die Entdeckung der unmittelbaren Umgebung, des und der anderen. Wie ein aufklappbarer Würfel entfaltet das Leben seine Vielfalt, die Betrachter setzen sich selbst mehr und mehr in Beziehung(en) und beginnen zu interagieren.

PREMIERE der Uraufführung am 14. Januar 2017

Dauer der Aufführung: ca. 35 Minuten ohne Pause